
Ein Blasformgerät kann auf Hochtouren laufen und dennoch Ihre Margen schmälern, wenn die Vorform-Erwärmung nicht optimal eingestellt ist. Die Anzeichen kennen Sie – Flaschen außerhalb der Spezifikation mit dünnen Wänden, Spannungslinien oder schwach wirkenden Flaschenhälsern sowie ein Ausschussberg, der nicht so groß sein sollte. In den meisten Fällen ist die Ursache eine inkonsistente Vorformtemperatur, und die Problemlösung liegt direkt im Erhitzungstunnel.
Technisch entscheidend
Bei PET-Vorformen kommt es bei der Infrarot-Erwärmung darauf an, die Emittorausgabe an die Energieabsorption des Materials anzupassen. Wir setzen auf kurzwellige Quarz-Halogen-Emitter mit einem Spitzenbereich von etwa 0,9–1,2 μm, die ausgewählt werden, um die Vorformoberfläche schnell und gleichmäßig zu erwärmen, ohne den Kern zu „garen“. Die Leistungsdichte wird an die Liniengeschwindigkeit und die Vorformwanddicke angepasst – typischerweise 30–50 W/cm² über die Tunnelzonen hinweg.
Auch die Geometrie spielt eine ebenso wichtige Rolle. Gewünscht sind R7s-Steckverbindungen, Rohrdurchmesser von 33 mm oder 38 mm sowie Standard-Montagelängen, sodass die Lampen direkt in die Heizmatrizen von Sidel, Krones, SIPA, Husky, SACMI und Nissei ASB Maschinen eingesetzt werden können. Die Filamentgeometrie ist so zu wählen, dass das Strahlungsfeld die Schultern und den Body der Vorform gleichmäßig abdeckt. So lassen sich Hotspots und kalte Zonen vermeiden.
Warum dieses Vorgehen funktioniert
Wenn das Emittorspektrum und die Anordnung an die Maschine angepasst sind, erhält man eine präzisere Steuerung der Vorformtemperatur, was sich direkt auf das Streckverhältnis und die Materialverteilung auswirkt. Das Ergebnis sind weniger Ausschuss, ein konstanteres Flaschengewicht und eine schnellere Stabilität nach Umstellungen.
Der Energieverbrauch sinkt, da Infrarot die Vorform direkt und nicht die Umgebungsatmosphäre erwärmt, und eine schnellere Aufwärmzeit reduziert den Standby-Verbrauch. In der Praxis zeigt sich eine stabilere Sollwertverfolgung über den gesamten Tunnel, was zu vorhersehbareren Taktzeiten und weniger Ausfallzeiten durch Temperaturschwankungen führt.
Details, die den Unterschied machen
Die Installation ist bei den meisten Blasformmaschinen unkompliziert, jedoch dürfen Reflektoren und Luftstrommuster im Heizbereich nicht vernachlässigt werden. Sie sind entscheidend für die Gleichmäßigkeit der Erwärmung.
Beim Lampenwechsel ist darauf zu achten, die OEM-Vorgaben für Leistung und Länge exakt einzuhalten. Eine stärkere Lampe in einem festen Bereich verändert das Temperaturprofil und belastet die Vorform. Lampen und Reflektoren müssen sauber gehalten werden, und Leistungselektronik sowie Temperaturregelkreise sind zu kalibrieren.
Wenn Ihre Linie mehrere Vorformgrößen verarbeitet, sollten die Zoneneinstellungen und Lampenabstände so abgestimmt werden, dass der gesamte Bereich abgedeckt ist, ohne dass heiße oder kalte Ränder entstehen.